Sabjurt-Experience

Eispalast und die Freude am direkten Wohltun

Montag, 9. Januar 2017

Am Neujahr sassen wir noch am Feuer und sonnten uns tagsüber auf der Wiese. Eine Woche später fielen die Temperaturen auf -15 Grad. Gerade eben noch Waldbrände in den Bergen und nun ein Wechselspiel von Schnee und klirrender Kälte. Ab -10 mag mein Ofen nur knapp hinterher und der Bewegungs- und Wohlfühlradius verringert sich. Er erinnert mich an mein 2×2 Meter Zelt im australischen Regenwald. Das praktische daran war, dass du dich zentral hinsetzen und von da alles erreichen konntest. Nur mit dem feinen Unterschied, dass das Wasser nie gefror und stattdessen Schnee auf dem Herd gekocht wird. Dafür hatten wir neugierige Schlangen dort. Es gibt immer eine Kehrseite, von Allem. – Wenn ich von der Arbeit nach Hause komme, so gibt es einiges zu tun damit es warm und gemütlich wird. Zuerst bekommen die Hirsche das aussortierte Gemüse vom Händler, dann Feuerholz auf dem Schlitten transportieren und stapeln, Wasser holen und auffüllen, Einheizen, die Aussenhülle der Jurte prüfen, Asche entsorgen, die Solarzelle frei bürsten, Schnee holen und heisses Wasser zum Trinken, Kochen und Abwaschen vorzu kochen, Kleider trocknen etc.. . Nach einer Weile setze ich mich mit einem warmen Gericht zufrieden und müde vor den Ofen und blicke über das Lichtermeer zum fernen Horizont und weiss was mir gefehlt hat: Es ist die genügsame Freude aktiv und direkt etwas für mein Wohl getan zu haben und es zu können, anstelle einer Rechnung zu begleichen.

Leave a Comment

css.php